Eine Ziege im Kakao

Ein Fenster steht offen, der Abend ist lau,
ich koche mir köstlichen, braunen Kakao.
Geh raus, hole Zimt, komm zurück und … nanu –
da schwimmt was im Topf und es singt schubidu.

Lorelie, meine Ziege, hockt frech mittendrin,
laut blubbert sie Bläschen, taucht ein bis zum Kinn.
„Was machst du“, frag ich, „und was soll der Radau?“
„Es fehlt“, sagt sie, „hier noch der Schaum im Kakao!“

 

 

Mit Bürste schrubbt sie sich von hinten bis vorn.
 „Hey, lass das!“ rufe ich, doch sie wäscht sich die Ohr‘n.
Sie singt schubidu, bürstet Knie und Gelenk,    
die Bläschen vermehren sich in meinem Getränk.

Schrubbt Hals, schrubbt den Rücken und schnappt sich im Liegen
die Seife. Nun schäumt‘s dass die Balken sich biegen.
Sie blubbert und bürstet, ist kaum noch zu sehen,
der Schaumberg, er wächst. Lorelie macht sich schön.

 

 

Ich reib mir die Augen, es ist wie im Traum:
hinauf bis zur Decke und überall Schaum.
„Hallo“, ruf ich, „Ziege, wo bist denn jetzt du?“
Doch hör ich‘s nur blubbern und leis‘ schubidu …

… sonst nichts. Ich nehm‘ Anlauf und springe schön weit
in meinen Kakao – platsch – nun sind wir zu zweit
im Schaumbad. Wie himmlisch! Tief tauche ich ein,
es duftet und knistert, es schmeckt herb und fein.

Will immer hier sein.

Ein Fenster steht offen, der Abend ist lau,
ich blubber mit Lorelie braunen Kakao.
Der Schaumberg wächst weiter, hinaus in die Nacht
und wenn es nicht wahr ist, so ist‘s ausgedacht.

 

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